Pioneer CT-95 High-End

Pioneer CT-95 High-End

Das „Dragon Killer“ Tape-Deck mit Dolby S

Ein Statement aus der goldenen Ära der Kassettendecks

Mit dem Pioneer CT-95 setzte Pioneer Anfang der 1990er Jahre ein klares Zeichen: Dieses Deck sollte nichts weniger als die Referenzklasse angreifen – und wurde schnell als „Dragon Killer“ gehandelt, in Anspielung auf das legendäre Nakamichi Dragon.

Das CT-95 kombiniert massive Bauweise, Drei-Kopf-Technik, Closed-Loop-Dual-Capstan-Antrieb und – als besonderes Highlight – Dolby S, die letzte und leistungsfähigste analoge Rauschunterdrückung von Dolby.

VVerarbeitung & Mechanik

Schon beim ersten Kontakt wird klar: Hier handelt es sich um ein echtes High-End-Gerät.

  • Massives Metallchassis
  • Präzise laufende Kassettenmechanik
  • Separate Aufnahme-/Wiedergabeköpfe (3-Kopf-Design)
  • Closed-Loop-Dual-Capstan
  • Hochwertige Bedienelemente

Die Laufwerksruhe ist beeindruckend. Der Bandtransport wirkt souverän, vibrationsarm und absolut kontrolliert.

Technik im Detail

Dolby S – Der große Trumpf

Dolby S war die letzte Evolutionsstufe der analogen Rauschunterdrückung:

  • Bis zu 24 dB Rauschreduktion im Hochtonbereich
  • Deutlich weniger Pump-Effekte als Dolby C
  • Nahezu CD-ähnliche Stille bei leisen Passagen
  • Rückwärtskompatibel zu Dolby B

Mit hochwertigen Metallbändern sind Aufnahmen möglich, die erstaunlich nah an digitale Qualität herankommen.

Technische Daten (Herstellerangaben)

Bandsystem: 3-Kopf (Erase, Rec, Play getrennt)

Antrieb: Closed-Loop Dual Capstan

Frequenzgang:

  • Typ I: ca. 20 Hz – 19 kHz
  • Typ II: ca. 20 Hz – 20 kHz
  • Typ IV (Metal): ca. 20 Hz – 21 kHz

Signal-Rausch-Abstand:

  • Ohne Dolby: ~60 dB
  • Mit Dolby C: ~72 dB
  • Mit Dolby S: bis ca. 80–82 dB

Klirrfaktor: < 0,8 %

  • Gleichlaufschwankungen (Wow & Flutter): ca. 0,04 % WRMS
  • Eingänge: Line, Mikrofon
  • Ausgänge: Line Out, Kopfhörer
  • Automatische Bandkalibrierung
  • Manuelle Bias-/Level-Feinjustage

Klang, Wiedergabe

Extrem transparent, kontrolliert und detailreich. Die Höhen wirken offen und fein aufgelöst – ohne die typische Bandhärte günstigerer Decks.

Aufnahme

Mit korrekt eingemessenem Metallband und Dolby S entstehen Aufnahmen, die in Blindtests oft mit CD verwechselt werden.

  • Straffer, tiefer Bass
  • Neutrale, präzise Mitten
  • Saubere, brillante Höhen
  • Sehr gute Kanaltrennung
  • Hohe Dynamikreserven

Gerade im direkten Vergleich mit vielen Top-Decks der 80er zeigt sich: Das CT-95 spielt auf absolutem Referenzniveau.

„Dragon Killer“?

Der Nakamichi Dragon war berühmt für sein automatisches Azimut-System (NAAC).

Das Pioneer CT-95 kontert mit:

  • modernerem Dolby S
  • extrem niedrigem Rauschen
  • präziserer Aufnahmejustage
  • neutralerer, weniger „gesoundeter“ Wiedergabe

Während der Dragon technisch faszinierend bleibt, bietet das CT-95 in Sachen Rauscharmut und Gesamtlinearität mindestens ebenbürtige – teils sogar modernere – Performance.

Fazit

Das Pioneer CT-95 ist eines der besten Kassettendecks, die je gebaut wurden.

Mit Dolby S, exzellenter Mechanik und kompromissloser Bauqualität gehört es zur absoluten Spitzenklasse der Analogära.

Ein echtes Statement-Gerät – und für viele Enthusiasten tatsächlich ein würdiger „Dragon Killer“.


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