Linn Selekt LP12

Linn Selekt LP12

Linn Selekt LP12 – Die goldene Mitte der Vinyl-Legende

Es gibt Plattenspieler, die kommen und gehen – und es gibt den Linn Sondek LP12. Seit Jahrzehnten gehört er zu den bekanntesten Namen der analogen HiFi-Welt. Sein Erfolgsrezept ist dabei erstaunlich konsequent: Statt den Plattenspieler immer wieder vollständig neu zu erfinden, entwickelt Linn seine modulare Konstruktion kontinuierlich weiter.

Der Linn Selekt LP12 nimmt innerhalb dieser Familie eine besonders interessante Position ein. Er steht oberhalb des Majik LP12 und unterhalb des kompromisslosen Klimax LP12. Damit richtet er sich an ambitionierte Vinyl-Liebhaber, die bereits sehr hohe Ansprüche an ihre analoge Wiedergabe stellen, ohne unmittelbar zum Spitzenmodell greifen zu wollen.

Der LP12-Gedanke: Die Quelle entscheidet

Hinter dem Sondek LP12 steht eine grundlegende Linn-Philosophie: Informationen, die bereits an der Quelle verloren gehen, können Verstärker und Lautsprecher später nicht wiederherstellen.

Beim Vinyl bedeutet das: Je präziser der Plattenspieler die Informationen aus der Rille ausliest, desto besser sind die Voraussetzungen für die gesamte nachfolgende HiFi-Kette.

Genau hier setzt der Selekt LP12 an. Statt nur einzelne Komponenten aufzuwerten, kombiniert Linn mehrere hochwertige Bausteine zu einem abgestimmten Gesamtpaket.

„Linn LP12 Selekt „

Karousel – das Herz des Selekt LP12

Zu den wichtigsten Komponenten gehört das Karousel-Lager. Das Tellerlager eines Plattenspielers wirkt zunächst unspektakulär, ist für eine präzise Wiedergabe jedoch von enormer Bedeutung.

Der Plattenteller muss möglichst ruhig und gleichmäßig rotieren. Gleichzeitig sollen mechanische Störungen und unerwünschte Bewegungen minimiert werden.

Das Karousel ist Linns aktuelles Single-Point-Lager und bildet damit eine zentrale mechanische Grundlage des Selekt LP12.

Gerade diese unsichtbaren Komponenten zeigen, worum es beim LP12 geht: Nicht möglichst spektakuläre Technik soll Aufmerksamkeit erzeugen, sondern mechanische Präzision soll dafür sorgen, dass mehr musikalische Information erhalten bleibt.

Kore – eine stabile Basis

Unterhalb von Teller, Lager und Tonarm arbeitet das Kore-Subchassis.

Linn kombiniert hier ein Aluminium-Subchassis mit einem aus dem Vollen gefrästen und fest verbundenen Armboard. Dadurch entsteht eine stabile mechanische Verbindung zwischen den entscheidenden Komponenten des Plattenspielers.

Das Ziel ist eine möglichst präzise Arbeitsumgebung für Tonarm und Tonabnehmer. Gerade bei einem hochwertigen analogen Laufwerk können kleinste mechanische Einflüsse das Ergebnis verändern.

Der Selekt LP12 zeigt deshalb sehr schön, dass guter Analogklang nicht allein vom Tonabnehmer abhängt. Das gesamte mechanische System muss zusammenspielen.

Arko – Präzision für die Schallplattenrille

Als Tonarm kommt beim Selekt LP12 der Linn Arko zum Einsatz.

Der kardanisch gelagerte Präzisionstonarm wird aus hochfestem Aluminium der Güte 7075 gefertigt. Seine Aufgabe besteht darin, den Tonabnehmer möglichst kontrolliert durch die Plattenrille zu führen.

Dabei geht es um winzige Bewegungen. Jede unnötige Resonanz oder mechanische Ungenauigkeit kann Informationen überdecken, die der Tonabnehmer eigentlich erfassen könnte.

Zusammen mit dem Kore-Subchassis bildet der Arko deshalb einen wichtigen Bestandteil des Gesamtkonzepts.

Kendo MC – feine Informationen aus der Rille

Am Ende des Arko sitzt mit dem Kendo ein hochwertiger Moving-Coil-Tonabnehmer.

Linn verwendet unter anderem einen Bor-Nadelträger und einen Super-Fine-Line-Diamanten. Auch das Gehäuse besteht aus 7075-Aluminium und wurde bewusst als Partner für den Arko-Tonarm entwickelt.

Diese Kombination ist besonders interessant, weil Tonarm und Tonabnehmer nicht isoliert betrachtet werden. Materialwahl und mechanische Eigenschaften sollen aufeinander abgestimmt sein.

Das Ziel ist nicht einfach mehr Hochton oder ein spektakulär analytischer Klang. Ein hochwertiger Tonabnehmer soll vielmehr möglichst viele Informationen aus der Rille erfassen – von feinen Raumdetails über Klangfarben bis zur Dynamik einer Aufnahme.

Lingo – kontrollierter Antrieb

Ein weiterer wichtiger Unterschied zu einfacheren LP12-Konfigurationen ist die Lingo-Motorsteuerung.

Der Selekt LP12 arbeitet mit einem synchronen AC-Motor und bietet die beiden Geschwindigkeiten 33⅓ und 45 Umdrehungen pro Minute.

Eine hochwertige Motorsteuerung ist bei einem Plattenspieler wichtiger, als man zunächst vermuten könnte. Schon geringe Geschwindigkeitsschwankungen können Tonhöhe, Timing und damit den musikalischen Eindruck beeinflussen.

Das Lingo-Netzteil übernimmt deshalb die kontrollierte Versorgung des Motors und ist ein wesentlicher Bestandteil des Selekt-Konzepts.

Trampolin für zusätzliche Entkopplung

Abgerundet wird das Paket durch Linns Trampolin-Bodenplatte mit gefederten beziehungsweise entkoppelnden Füßen.

Ein Plattenspieler arbeitet mechanisch. Gleichzeitig steht er in einem Raum, in dem Lautsprecher Schallenergie erzeugen, Menschen über den Boden laufen und Möbel oder Untergründe schwingen können.

Eine gute Entkopplung hilft dabei, solche äußeren Einflüsse vom empfindlichen Abtastvorgang fernzuhalten.xibel bei den Abspielgeschwindigkeiten

Klassisches Design mit vielen Möglichkeiten

Optisch bleibt der Selekt LP12 der charakteristischen Form des Sondek LP12 treu. Genau das macht einen Teil seines Reizes aus.

Das Design wirkt klassisch und zurückhaltend und lässt kaum vermuten, wie viel Entwicklung in der Konstruktion steckt.

Linn bietet verschiedene Holzoberflächen an, darunter Oak, Cherry, Black Ash, Rosenut und Walnut. Darüber hinaus stehen besondere Hochglanzoberflächen sowie individuelle Farbgestaltungen zur Verfügung.

Mit Abmessungen von rund 445 × 140 × 356 Millimetern bleibt der LP12 zudem angenehm kompakt und lässt sich gut in hochwertige HiFi-Möbel integrieren.

Ein Plattenspieler, der mitwachsen kann

Eine der größten Stärken des LP12-Konzepts ist seine Modularität.

Ein Selekt LP12 ist keine technische Sackgasse. Zahlreiche zentrale Komponenten können später aufgerüstet werden. Genau dadurch unterscheidet sich der LP12 von vielen Plattenspielern, die als vollständig abgeschlossenes Produkt konzipiert sind.

Wer später noch weiter gehen möchte, kann sich schrittweise in Richtung der Technologien des Klimax LP12 bewegen.

Das macht den Selekt besonders interessant für Musikliebhaber, die heute auf sehr hohem Niveau einsteigen möchten, sich für die Zukunft aber weitere Möglichkeiten offenhalten wollen.

Selekt zwischen Majik und Klimax

Innerhalb der Linn-Familie ist die Position des Selekt LP12 klar definiert.

Der Majik LP12 bildet den Einstieg in die Welt des Sondek LP12. Der Klimax LP12 wiederum stellt Linns kompromissloses Spitzenmodell dar und verwendet unter anderem Keel-Subchassis, Radikal-Motorsteuerung, Ekos-SE-Tonarm und Ekstatik-MC-System.

Der Selekt sitzt genau dazwischen.

Und gerade deshalb könnte er für viele anspruchsvolle Vinyl-Hörer der interessanteste LP12 sein. Er übernimmt bereits zahlreiche hochwertige Lösungen aus dem oberen Bereich des Linn-Portfolios, bleibt gleichzeitig aber vollständig Teil des modularen LP12-Ökosystems.

Fazit

Der Linn Selekt LP12 ist weit mehr als nur die mittlere Ausbaustufe innerhalb der LP12-Familie. Er verbindet bewährte Linn-Technik mit hochwertigen Komponenten wie Karousel, Kore, Arko und Kendo zu einem stimmigen Gesamtpaket für anspruchsvolle Vinyl-Liebhaber. Besonders überzeugend ist dabei die Kombination aus Präzision, Musikalität und langfristiger Aufrüstbarkeit.

Wer einen Plattenspieler sucht, der bereits auf sehr hohem Niveau spielt, aber dennoch Raum für zukünftige Upgrades bietet, findet im Selekt LP12 eine äußerst interessante Lösung. Er bewahrt den klassischen Charakter des Sondek LP12 und verbindet ihn mit moderner Technik – ohne die Musik aus dem Blick zu verlieren.

Für viele Hörer dürfte der Selekt LP12 deshalb genau das sein, was sein Name verspricht: eine bewusst gewählte, hervorragend ausbalancierte Lösung zwischen Einstieg und absoluter Referenz.


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